| Anlage | Mitglieder | Aushang | Kleingarten | Kräuter | Obst | Gemüse | Beeren | Blumen | Tiere | Boden | Tipps | Rezepte | Kontakt | Index |

Rezepte

Kräuteröl

das brauchen wir:
Kräuteröl


Bevor wir mit der Zubereitung beginnen entscheiden wir uns zunächst für ein Öl unserer Wahl. Für Kräuteröle die später erhitzt werden sollen empfehlen sich Rappsöl, Sonnenblumenöl und Olivenöl.

Wer ein geschmacksneutrales Öl wünscht bevorzugt das Rapsöl, alternativ das Sonnenblumenöl. Beide Öle zeichnet ein geringer Anteil an gesättigten Fettsäuren und hohe Erhitzbarkeit aus.

Wer ein hocharomatisches Kräuteröl mit mediteranem Flair herstellen will entscheidet sich für das Olivenöl. Da Olivenöle sich von Geschmack und Qualität erheblich voneinander unterscheiden können sollte man wissen, dass das qualitativ hochwertige Olivenöl ein Öl der ersten Pressung ist, welches ohne Wärmebehandlung und ohne chemische Behandlung gewonnen wird. Dieses Öl wird im Handel als "Natives Olivenöl Extra" gekennzeichnet. Gutes Ölivenöl ist von feinem fruchtigen Geschmack, besitzt eine hellgrüne Farbe bei max. 1g freien Fettsäuren pro 100g Öl. Olivensorte, Herkunft und Reifegrad bestimmen ebenfalls Farbe, Geruch und Geschmack des Olivenöls. Wer nur ein dezentes Olivenaroma wünscht bereitet sich mit Raps- und/oder Sonnenblumenöl seine milde Olivenöl-Mischung her.



Drei grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten der Kräuterölzubereitung bietet sich uns.

Erstens das Herstellen eines Kräuteröls das nur auf der Basis eines Krauts (z.B. Rosmarin) vorgenommen wird. Dieses Öl verwenden wir für die Zubereitung eines bestimmten Gerichts, z.B. Rosmarin-Kartoffeln oder mischen es je nach Rezept mit einem oder mehreren anderen Kräuterölen. Wendet man diese Methode auf alle Kräuter an verlangt dies nach Lagermöglichkeit und Platz in der Küche.

Zweitens die Herstellung eines Kräuteröls das neben einem Haupt-Aromaträger (z.B. Fenchel) auch kleinere Mengen weiterer Kräuter, wie Oregano, Salbei, Thymian und Chili enthält, die dazu dienen das Fenchelaroma noch deutlicher hervorzuheben. Diese Öle können dann in der Küche einem Anwendungsspektrum dienen (siehe Tabelle unten). Diese anspruchsvolle Methode der Kräuteröl-Zubereitung verlangt die ganze Erfahrung eines versierten Kochs/Köchin.

Drittens die Herstellung von Kräuteröl-Mischungen aus viele Kräutern (z.B. Kräutern der Provence) mit einem breiten übergreifenden Anwendungsspektrum. Für diese Variante entscheidet wir uns meist, da wir hier am besten nach unserem Angebot an Kräutern in unserem Kleingarten handeln können. Eine strenges, anteiliges Mischungsverhältnis der einzelnen Kräuteranteile muss nicht eingehalten werden. Die Schwankungen der Menge von Bestandteilen und Inhaltsstoffen der einzelnen Kräuter auf Grund der Witterung und unserer Vorlieben lässt unser Kräuteröl variieren und regt uns Jahr für Jahr neben Bewärtem auch zu neuen Experimenten an. Natürlich können wir bei allen diesen Methoden neben unseren Kräutern auch Gewürze (z.B. Pfeffer) hinzu geben um unserem Basilikum-Öl z.B. eine pfeffrige Note zu geben. Feste Regeln gibt es also nicht. Wir achten bloß darauf, dass alle unsere Aroma-Zutaten sich ergänzen und unserem Geschmack entsprechen.


so wird es gemacht:
die Zubereitung:



Zunächst waschen wir die Kräuter gründlich in Wasser, welches wir einen Spritzer Essig zugegeben haben und schleudern sie trocken. Anschließend lassen wir die Kräuter, mit Ausnahme von Basilikum und Lorbeer, an einem luftigen Ort trocknen (siehe auch Tipps). Größere Kräuter binden wir zuvor zu einem Strauß zusammen und hängen diese Kopfüber auf. Kleinere Kräuter breiten wir auf einem Leinentuch (ersatzweise Küchenpapier) zum trocknen aus. Temperaturen von 25°- 30°C sind ideal, denn bei höheren Temperaturen verflüchtigen sich die ätherischen Öle.

Von unseren getrockneten Kräutern zerbröseln, bzw. zerzupfen wir mit der Hand anteilig so viele Kräuter wie sie unserem Geschmack und Mischungsverhältnis am meisten entsprechen. Dann befüllen wir den Boden einer dekorativen Ölflasche mit unserer Kräutermischung. Abschließend füllen wir die Flasche vollständig mit Öl auf und verschließen sie fest. Unser angesetztes Kräuteröl lassen wir mindestens 2 Wochen an einem kühlen Ort (Keller) durchziehen. Zwischenzeitlich schütteln wir die Flasche des öfteren mal kräftig durch. Je länger die Kräuter im Öl verbleiben, um so intensiver wird unser Kräuteröl. Wer das nicht mag siebt das Öl zu dem Zeitpunkt ab, wenn das ausgeprägte würzige Aroma an Intensität seinem Wunsch entspricht. Dies empfiehlt sich vor allem bei Kräuterölen, die wir verschenken möchten. Sehr dekorativ ist es einen großen Zweig oder einen Mini-Kräuterstrauß in die Flasche zu geben, bzw. zu belassen. So sieht man gleich um was für ein Kräuteröl es sich handelt.

 

Kräuter und deren Verwendung für die Zubereitung von Kräuterölen
Kraut
kann ideal kombiniert werden mit:
Verwendung für:
Basilikum
Rosmarin, Oregano, Thymian, Salbei, Safran
Tomaten, Tomatensaucen, Pesto, Fisch (insbesondere Meerbarbe), Pilzgerichte, Suppen, Eintöpfe, Salate, Huhn, Eier
Bergbohnenkraut
Rosmarin, Oregano, Thymian, Salbei, Lorbeer, Lavendel
Hülsenfrüchte (insbesondere Linsen und weiße Bohnen), Kalbfleisch, Schweinefleisch, Geflügel, Kanienchen, Fisch (insbesonsere Forelle), Suppen, Füllungen, Pasteten, Tomatensauce, Marinaden
Chili
je nach Gusto
Tomatensaucen, Avocado, Zwiebeln, Kitney-Bohnen, Linsen, Eintopf, Mais, Geflügel, Fisch, Meeresfrüchte
Fenchel
Oregano, Thymian, Salbei, Chili
Meeresfrüchte, Fisch (insbesondere Seebarsch), Schweinefleisch (insbesondere Filets), Hähnchenbrustfilets, Suppen, Salate, Vinaigrette, Mayonaise (ohne Olivenöl sonst bitter!), Brot, Pizzateig
Knoblauch
Thymian, Lorbeer
Perlhuhn, Lamm, Grillfleisch, Gemüse (insbesondere Mangold, Zucchini, Knollenfenchel, Paprika), Meeresfrüchte
Kümmel
-
Gemüse (Insbesondere Kartoffeln, Zwiebeln, Porree, Kohl, Möhren), Pilzgerichte, Schweinefleisch (insbesondere Spanferkel)
Lorbeer
Rosmarin, Oregano, Thymian, Salbei, Bergbohnenkraut, Lavendel
Suppen, Fleisch, Geflügel, Fisch, Wild, Marinaden, Saucen
Oregano
Rosmarin, Lorbeer, Thymian, Salbei, Bergbohnenkraut, Lavendel
Grillfleisch, Tomatensaucen, Fisch (insbesondere Sardellen), Meeresfrüchte, Wild, Geflügel, Suppen, Bohnen, Auberginen
Rosmarin
Lorbeer, Oregano, Thymian, Salbei, Bergbohnenkraut, Lavendel
Grillfleisch (insbesondere Lamm und Schweinefleisch), Gemüse (insbesondere Kartoffeln), Perlhuhn, Tomatensaucen, Brot, Pizza
Salbei
Rosmarin, Lorbeer, Thymian, Oregano, Bergbohnenkraut, Lavendel
Schweinefleisch, Kalbfleisch, Kebab, Fisch (insbesondere Sardellen), Leber, Tomatensauce
Thymian
Rosmarin, Oregano, Lorbeer, Salbei, Bergbohnenkraut, Lavendel
Grillfleisch, Eintopf, Suppen, Gemüse, Tomatensaucen, Füllungen, Pasteten, Brot, Geflügel, Fisch (insbesondere Dorade)
Ysop
Bergbohnenkraut, Chili, Lorbeer, Petersilie, Knoblauch, Thymian
Suppen, Eintopf, Weichkäse (insbesondere Ziegenkäse, Feta), Saucen, Dips