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Fruchtfolge

 

Die Fruchtfolge ist der geregelte Anbau verschiedener Pflanzen auf dem selben Beet hintereinander. Ziel ist es dadurch den Wechsel von Halm- und Blattfrüchten, Winterungen und Sommerungen, Humuszehrern und Humusmehrern, durch den Anbau von Früchten mit unterschiedlichen Wachstumszeiten, Wurzelsystemen, Nährstoffansprüchen und Krankheitsanfälligkeiten die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und wenn nötig zu vermehren. Zusätzlich soll die Fruchtfolge die Krankheitsgefährdung der Pflanzen auf ein Mindestmaß herabsetzen. Wird dieses Ziel erreicht, so sind gute Erträge bei einem minimalen Aufwand an Mineraldüngern und Pflanzenschutzmitteln möglich.

In einer Fruchtfolge durchlaufen die gleichen Fruchtarten in der immer gleichen Reihenfolge die Beetreihen. Um eine optimale Verteilung zu erreichen, soll die Zahl der Beetreihen sich mit der Zahl der Fruchtarten in der Fruchtfolge decken. Bei einer derartigen Fruchtfolgeorganisation wird jede Fruchtart im betreffenden Jahr mit gleichen Flächenanteilen angebaut. Die Fruchtfolgegestaltung wirkt sich so dann direkt auf messbare Merkmale der Bodenfruchtbarkeit aus.

Wer eine Fruchtfolge plant, sollte sich darüber im klaren sein, welche Wirkungen mit ihr im Anbausystem erreicht werden sollen und welche Aufgaben somit der Fruchtfolge zufallen. Die wesentlichen Aufgabe der Fruchtfolge ist in mehrfacher Hinsicht Einfluss auf die Bodenfruchtbarkeit zu nehmen. Wirkungen gehen dabei von der Dauer der Bodenruhe (Humus, Bodenfauna), Dauer der Bodenbedeckung (Krümelstruktur), Durchwurzelungstiefe (Lockerung, Wasserableitung, Humus), Durchwurzelungsdichte (Humushaushalt, Aufbau der Krümelstruktur) und Intensität der fruchtartspezifischen Bodenbearbeitung (Entwicklung der Bodenfauna), aus.

Mit einer ausgewogenen Fruchtfolgegestaltung soll vor allem vorbeugend dem Überhandnehmen von Unkräutern, Krankheiten und Schädlingen im Kulturpflanzenbestand entgegen gewirkt werden. Besonders bei folgenden Pflanzen muss gewechselt werden: Bohnen, Erbsen, Fenchel, Frühkartoffeln, Gurken, Kohl, Möhren, Petersilie, Porree, Spinat, Zwiebeln. Weniger empfindlich sind Rosenkohl und Tomaten. Die Hauptkulturpflanze sollte frühestens nach drei Jahren wieder an dieselbe Stelle, bei Erbsen und Zwiebeln ist bis zu 6, bzw. 7 Jahre zu warten.

Die Pflanzen einer Vorkultur sind z.B.: Kopfsalat, Radieschen und Spinat. Durch Folie und Vlies kann die Vegetations-, bzw-. Ernteperiode verlängert werden. Die Pflanzen einer Hauptkultur sind z.B: Gurken, Möhren, Porree, Sellerie, Spätkohl und Tomaten. Die Nachkultur bilden z.B.: Herbstrüben, Kresse, Schnittsalat und Spinat. Durch Folie und Vlies kann auch diese Vegetations-, bzw-. Ernteperiode verlängert werden. Auch Zwischenkulturen mit Pflanzen wie z.B.: Kresse, Radieschen, Salat sind möglich.

Der Tipp für mehr Ertrag auf der gleichen Bodenfläche ist diesen optimal auszunutzen indem die nächste Frucht schon gesät wird obwohl die vorhergehende noch nicht (ganz) abgeerntet ist. Bei der Fruchtfolge von Eisbergsalat-Sellerie-Porree wurde in Weihenstephan ein Mehrertrag von 174% wissenschaftlich nachgewiesen.

Bei dem folgenden Beispiel wechselt die Bepflanzung mit Fruchtfolge ganz einfach nach einem starren System. Ab dem 5. Jahr beginnt der Kreislauf von Neuem, so dass fortwährend eine wechselnde Fruchtfolge erzielt wird.

Ausnahmen: Tomaten können 2 Jahre hintereinander auf demselben Beet stehen. Erdbeeren bleiben 3 Jahr auf dem gleichen Beet stehen. Grünspargel beansprucht sein Quartier 8-10 Jahre. Rhabarber steht jahrelang an demselben Standort.

 

Beispiel für die Fruchtfolge
von Stark-, Mittel- und Schwachzehrern
 
 
Beet A
Beet B
Beet C
Beet D
1. Jahr
Gründungung
Starkzehrer
Mittelzehrer
Schwachzehrer
2. Jahr
Starkzehrer
Mittelzehrer
Schwachzehrer
Gründungung
3. Jahr
Mittelzehrer
Schwachzehrer
Gründungung
Starkzehrer
4. Jahr
Schwachzehrer
Gründungung
Starkzehrer
Mittelzehrer

 

Gründünger für die Sommerzeit sind z.B: Kreuzblüter (Gelbsenf / Ölrettich), Schmetterlingsblüher (Sommerwicken Vicia sativa / Serradella Ornithopus sativus / Lupine Blau und gelb / Sommerwicken / Perserklee), Korblüter (Sonnenblumen / Tagetes erecta / Ringelblume), Phacelia Phacelia tanacetifolia (Bienenfreund), Buchweizen.

Gründünger für die Winterzeit sind z.B: Schmetterlingsblüher ( Esparsette / Inkarnatklee / Luzerne / Steinklee weiss und gelb / Winterwicke), Kreuzblüter (Winterraps), Gräser ( Deutsches Weidelgras / Winter-Roggen), Feldsalat, Spinat.

 

 

Vorschlag für die Gründüngung
 
Frühjahr
Frühjahr/ Sommer
Sommer/ Herbst
Herbst
kurzdauernd Ackerbohne, Phacelia, Senf, Spinat
 
Ackerbohne, Alexandriner- klee (1/2-1 Jahr), Erbsen- Wicken-Hafer-Gemenge, Hafer, Perserklee, Phacelia, Rotenburger Combigemenge, Senf, Spinat
Lupinen, Ölrettich, Phacelia, Platterbsen, Senf, Sommer- wicken evt. auch Hafer
Überwinterungs-düngung mit Landsberger Gemenge, Winterraps, Winterrüben, Winterroggen, Zottelwicke, Roggen

 

Bei dem folgenden Beispiel der Fruchtfolge in einer Mischkultur wird die Bepflanzung der Beete im nächsten Jahr so geändert: Beet A wird Beet B, Beet B wird Beet C usw. Dabei ist die Bepflanzung so aufgeteilt worden, dass auf ein Jahr mit stark zehrenden Pflanzen (Beet A, Beet C), ein Jahr mit schwach zehrender Bepflanzung folgt (Beet B, Beet D).

 

 

Beispiel für die Fruchtfolge einer Mischkultur
 
 
Beet A
Beet B
Beet C
Beet D
Kreuz-blütler:
 
Blumenkohl, Broccoli, Rosenkohl, Federkohl, Kohlrabi, Chinakohl, Kresse, Rettich, Radies
-
-
-
Gänse-fuss- gewächse:
Spinat, Schnitt-mangold
-
-
-
Schmetter-lingsblütler:
-
Erbsen, Buschbohnen, Stangen-bohnen, Feuerbohnen, Puffbohnen
-
-
Korbblüter:
-
Salate, Endivien, Chicoree
-
-
Nacht-schatten-gewächse:
-
-
Tomaten, Kartoffeln, Peperoni, Aubergine
-
Kürbis-gewächse:
-
-
Gurken, Zucchini, Kürbis, Melone
-
Gräser:
-
-
Mais, Getreide
-
Dolden-blütler:
-
-
-
Rüben, Fenchel, Sellerie, Pastinaken
Lilien-gewächse:
-
-
-
Zwiebel, Knoblauch, Schalotten, Lauch, Schnittlauch

 

 

In Beet A wird je nach Wunsch ein Kreuzblütler mit einem Gänsefussgewächs kombiniert. In Beet B je ein Schmetterlingsblütler mit einem Korbblütler gepflanzt. In Beet C je ein Nachtschattengewächs mit einem Kürbisgewächs und Gräsern. In Beet D schließlich je ein Doldenblütler mit einem Liliengewächs arrangiert. Die Mischkultur kann auch gut auf 6 Beete erweiterter werden. Hierbei wir auf dem Beet eines Starkzehrers im Folgejahr eine Gründungung gesät. Die Blütenpracht dieser Beete hebt einerseits die optische Erscheinung und andererseits werden zahlreiche Nützlinge und Helfer wie z.B. Insekten angelockt.

 

Besonders nützlich ist es zu den Gemüsepflanzen eine Bei- und Unterpflanzung vorzunehmen. Hierdurch wird das Gemüse zusätzlich gestärkt, Aromen gefördert, Schädlinge abgehalten und Krankheiten vorgebeugt.

 

 

Wirkung der Bei- und Unterpflanzung
 
Pflanze
Bei- & Unter-pflanzung von
Wirkung
Basilikum
Gurken, Kohl, Melone, Tomaten
gegen Mehltau und weißer Fliege
Bohnenkraut
Bohnen
gegen schwarze Bohnenlaus, Duftstoffe fördern das Wachstum und das Aroma der Bohnen
Borretsch
Gurken, Zucchini, Erdbeeren, (Insektenbestäubten Pflanzen) und Kohl, Kohlrabi, Spinat
Lockt Insekten an welche die Pflanzen bestäuben, bildet Saponine
Brennessel
Obstbäume und Sträucher
gegen Blattläuse, fördert die allgemeine Gesundung
Buchweizen
Sellerie
macht Kali aus dem Boden für Sellerie verfügbar
Dill
Möhren, Rote Bete, Kohl, Gurken
fördert die Keimfähigkeit der Möhren, Duftstoffe halten die Schädlinge ab
Eberraute
Kohl
Duftstoffe wehren den Kohlweißling ab
Hafer
Dicke Bohnen
gegen schwarze Bohnenlaus
Kapuzinerkresse
Jungbäume, Kartoffeln, Radieschen, Rettich, Stangenbohnen, Tomaten, Zucchini
fördert die allgemeine Gesundung, gegen Läuse
Kerbel
Salat
gegen Läuse
Knoblauch
Erdbeeren, Rosen , Tomaten, Zwiebel
bakterizide und fungizide Wirkung
Koriander
Zwiebel
fördert die allgemeine Gesundung
Kümmel
Zwiebel
fördert die allgemeine Gesundung
Lavendel
Rosen
gegen Ameisen, bedingt auch gegen Läuse
Meerrettich
Pfirsich, Kirsche
gegen Kräuselkrankheit und Monilia
Petersilie
Radieschen, Rettich, Tomaten
fördert das Aroma
Pfefferminze
Wein, Frühkartoffeln, Tomaten
gegen Mehltau, fördert das Wachstum
Rettich
Lauch
gegen Lauchmotte
Ringelblume
Kartoffeln, Kohl, Tomaten
gegen Nematoden, Drahtwürmer, erhöht den Ernteertrag und fördert die Bodengesundheit
Tagetes
Erdbeeren, Kohl, Kartoffeln, Tomaten
gegen Nematoden, Viren und weißer Fliege
Wermut
Johannisbeeren
schützt vor Säulenrost
Zwiebeln und Schalotte
Erdbeeren, Möhren
gegen Pilzkrankheiten, Spinnmilben, bedingt gegen die Möhrenfliege
Rosmarin
Kohl, Möhren
gegen Kohlweißling und Möhrenfliege

 

Ein Bepflanzungsplan für eine Mischkultur über 6 Beete in 6-jähriger, fortlaufend wechselnder Fruchtfolge könnte wie auf folgendem Plan aussehen:

Hier klicken um Plan zu öffnen

 

Die verschiedenen Gewächse auf einem Beet ergänzen sich ober- und unterirdisch und bedrängen sich mit ihren Wurzeln, Blättern und Früchten nicht gegenseitig. Die verschiedenen Pflanzen von Mischkulturen entnehmen dem Boden unterschiedliche Nährstoffmengen und geben selber verschiedene Substanzen aus ihrem Stoffwechsel an den Boden ab. Die Wurzelausscheidungen und die Düfte der zueinander passenden Pflanzen untereinander fördern sich in Wachstum und Aroma gegenseitig.


Vor allem wirken Kräuter vorbeugend und abwehrend auf Krankheiten und Schädlinge. Diese Pflanzenkombinationen beruhen auf jahrzehntelangen Beobachtungen und Erfahrungen.

Wer diese Ratschläge beherzigt und in die Tat umsetzt wird nicht nur mit einer reichen Ernte belohnt, sondern bekommt auch allerlei Besucher. Was wir mit Interesse in einer Mußestunde beobachten, ist für manches andere Lebewesen überlebenswichtig. Denn viele Arten benötigen zur Fortpflanzung ihre sogenannte "Wirtspflanze". Wer ihnen in seinem Kleingarten Obhut gibt wird immer etwas Neues zu entdecken haben - Langeweile exclusive.

Durch das Säen, der Aufzucht und Pflege unseres Gemüses werden wir selbst zu einem Bestandteil am Wirkungskreislauf der Natur. Wir teilen Freud und Leid mit unseren Pflanzen und Tieren im Garten. Auch wenn die Witterung so manchen Plan durchkreuzt tut sich doch immer wieder auf der anderen Seite etwas Neues auf. So erleben wir, dass kein Jahr wie das andere ist, denn einmal werden wir z.B. mit einer reichen Tomatenernte beschenkt, ein andermal mit prallem saftigen Obst.