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 Nachbarn im Beet

 

Der Erfolg im Gemüsebeet hängt nicht zuletzt sehr von der Art der Bepflanzung ab. Der Mensch weiß, dass auch Pflanzen Freund und Feind haben. Pflanzen kommunizieren über den "Duft" mit ihrer Umwelt. Paprika SämlingePaprika SämlingeWährend Freunde, insbesondere Insekten und anderlei Kleingetier zur Hilfe "gerufen" werden, vermögen es Pflanzen ihre Feinde durch einen wahren "Chemie-Cocktail" zu bekämpfen.

 

Teilweise leben Mikroben symbiotisch im Wurzelbereich der Pflanzen und machen ihr es erst möglich Nährstoffe aus dem Boden aufzunehmen. Aus diesen Gründen ist zunächst immer erst darauf zu achten, dass die richtige Nachbarschaft unter den Pflanzen hergestellt wird. Als Zweites ist darauf zu achten, dass die Pflanzen dann ihren individuellen Nährstoff-Bedarf gedeckt bekommen. Und Drittens ist danach auch auf die Fruchtfolge zu achten, denn "befreundete" Pflanzen lieben es nahezu nacheinander am selben Platz zu stehen.


Wer also keine Nahrungskonkurrenten aufeinander ansetzt erhält dauerhaft einen nährstoffreichen Boden. Einige Pflanzen reichern von sich aus den Boden mit bestimmten Nährstoffen sogar an, so dass sich aus diesem GrundSpinatSpinat allein schon empfiehlt den Platz im Folgejahr mit einer Pflanze zu besetzen, die genau nach diesen Ansprüchen verlangt. Beachtet man diese Ratschläge nicht und sät entgegen dieser Empfehlungen aus oder setzt Pflanzen in "feindliches Territorium" hat dies zur Folge das diese dann kümmern, krankheitsanfällig sind und zudem keinen guten Ertrag bringen.

 Dieses Wissen über alle diese Zusammenhänge ist nicht gänzlich neu sondern blickt auf eine sehr alte und lange Tradition zurück. Die niedergeschriebene Erforschung der Pflanzen und Beschreibung des Gartens wurde erstmals von Nikolaus von Damaskus in "De plantis" 64 v.Chr. vorgenommen. Albertus Magnus ergänzt diese Schrift im Jahre 1256/57 und entwickelt hierin seine Cardy in Mischkultur mit Fenchel und SauerampferCardy in Mischkultur mit Fenchel und SauerampferIdee des "Lustgartens" in "De vegetabilibus libri VII". Die hoch entwickelte Gartenbaukunst der Römer wurde zuvor durch die Benediktinermönche im 8. und 9. Jahrhundert auch zu uns gebracht. Festgeschrieben und umgesetzt wurde dies im Plan und Anlage des Klostergartens von "St. Gallen"; selbst die anzubauenden Pflanzen sind darin festgehalten worden. Kaiser Karl der Große, bzw. dessen Sohn Ludwig der Fromme verfassten in den Jahren 812, bzw. 796 die Landgüterverordnung (Capitulare de Villis) welche die Pflanzen und Obstbäume aufführt welche von den Bauern in ihren Bauerngärten anzubauen seien. Diese Erfahrungen aus über 2.000 Jahre Gartenbaukunst münden über den ersten "Schrebergarten", gegründet 1864 vom Leipziger Arzt Dr. Daniel Gottlob Moritz, in unseren heutigen Kleingärten.

Wir bewahren also einerseits Wissen, während wir andererseits uns selbst entwickeln und die Idee des Kleingartens fortlaufend durch neue Erkenntnisse weiterentwickeln. Aus diesem Grund sind die folgenden Tabellen niemals der Weisheit letzter Schluß sondern spiegeln immer nur den Stand unseres heutigen Wissens wieder. Beobachtungen über "neue Pflanzen" und Sorten die jetzt Einzug in unsere Gärten halten müssen erst noch durch unsere Aktivität erfaßt werden.

 

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