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Der Kleingarten im November


Grün- und Rosenkohl lassen wir so lange auf den Beeten bis diese Frost abbekommen haben, denn nur dann schmecken sie richtig gut. Vollständig bewachsen sind jetzt nur die Beete mit Gründüngung, sowie das Feldsalat-, Winterportulak- und Winterspinat-Beet. Wir ernten stets die großen Blätter, bzw. Pflänzchen und schaffen so ständig Raum für die Nachwachsenden. Ein Großteil unserer Gemüsebeete ist nun abgeerntet.

Unsere ersten Gartenfreunde, die unsere Böden fruchtbar machten, mussten früher den Boden grobschollig umgraben, damit der Frost tief eindringen konnte und den verklumpten Boden aufbricht. Wer heute z.B. ein Gemüsebeet an einer Stelle anlegt, an der seit Gründung unser Kleingartenanlage z.B. bloß Rasen stand muss auch heute noch so verfahren, bis über die Jahre schwerer lehmiger Boden durch die regelmäßige Versorgung mit Kompost sich zur fruchtbaren Erde mit vielfältigen Mikroorganismen gewandelt hat. Fruchtbare Böden graben wir nicht mehr um, da durch die Umschichtung der Erde beim Umgraben die einzelnen Mikroorganismen ihren angestammten Bodenschichten verlieren würden, absterben und letztendlich der Boden so wieder an Fruchtbarkeit verliert.

Fruchtbare Böden brechen wir mit der Grabgabel, Kreil oder Grubber in kurzen Abständen tief auf. So lockern und lüften wir den Boden. Abschließend mulchen wir den Boden mit einer dicken Schicht um den Mokroorganismen neue Nahrung zuzuführen. Ideales Mulchmaterial ist gehacktes Kartoffel-, Bohnen-, oder Tomatenstroh, weil es viele Nährstoffe enthält. Wer mag kann dem Mulch auch unreifen Kompost hinzugeben. Auf diese Weise bleibt das Bodenleben auch den Winter über intakt. Dies zeigt sich dann im Frühjahr daran, dass ein Teil der Mulchschicht verrottet ist und sich schon teilweise in Humus gewandelt hat.

Gemüsebeete, auf denen Wurzelgemüse wie Möhren, Pastinaken, Schwarzwurzeln oder Rettich schlecht gewachsen sind, verbessern wir tiefgründig, wenn dieser zu fest und bindig sind. Sand und Kompost arbeiten wir gut einen Spatenstich tief unter, bevor wir dann auch dieses Beet gut mit Mulch abdecken um im Frühjahr dann eine schöne lockere Saaterde zu haben.

Wenn sich die Kiwi-Früchte und Feigen jetzt weich anfühlen und leicht pflücken lassen ist deren Erntezeitpunkt erreicht. Nach den ersten Frösten sind auch die Mispeln reif und genussfähig, auch wenn sie dann schrumpelig erscheinen; das Fruchtfleisch ist aromatisch süß.

Viele Schädlinge überwintern unter der losen Borke unserer Obstbäume. Mit einer Drahtbürste entfernen wir alle lockeren Borkenteile und streichen den Baumstamm anschließend mit Weiß-Anstrich um Frostrissen, Pilzkrankheiten und Schädlingen vorzubeugen.

Unseren frostempfindlichen Pflanzen, wie z.B. mediterrane Kräuter benötigen einen Winterschutz. Lorbeer, Rosmarin, Zitronen-, Orangen- oder Olivenbaum in Kübeln gepflanzt verbringen wir in ihr helles, frostfreies Winterquartier: Gewächshaus.

Wenn wir Frostempfindliches in den Gartenboden gepflanzt haben bringen wir einen Frostschutz aus Vlies an. Zunächst mulchen wir den Boden mit einer dicken Schicht im Wurzelbereich und geben einen Vlieskragen, der wie eine Wurst, nur mit Blättern gefüllt wurde Kreisrund auf den Boden um die Pflanze. Abschließend wickeln wir das Kraut vollständig mit Vlies ein, Stecken die Bahnen mit Nadeln aneinander und legen ein Kunststoffnetz (z.N. Vogelschutznetz) stramm und festanliegend darüber damit Winterstürme den Schutz nicht verwehen können. Große Pflanzen verschnüren wir abschließend noch mit Wäscheleine wie ein Paket. Alternativ für Vlies lässt sich auch Jute, ideal in passender Sackform, verwenden.

Kübelpflanzen die draußen vor Frost geschützt werden sollen verpacken wir auf die gleiche zuvor beschriebene Weise ein, nachdem wir den Kübel zweilagig mit Noppenfolie ummantelt haben und auf eine Styroporplatte gestellt haben.

Ein Winterschutz ist auch ganz besonders für unsere empfindlichen Rosen wichtig, da bei uns selten Schnee liegt und der Barfrost so erhebliche Schäden und Ausfälle verursachen kann. Ohne Schutz treiben die Triebe im Wechsel mit der oft intensiven Sonneneinstrahlung im Frühjahr zu früh aus und werden dann von den späten Barfrösten dahin gerafft. Deshalb häufeln wir unsere empfindlichen Rosen mit einem 15 cm hohen Erdhügel an. Aus den darin liegenden Trieben kann die Rose dann wieder neu austreiben, falls einmal alle oberirdischen Teile erfroren sind. Wer dieses Zurückfrieren verhindern möchte stülpt einen mit Blättern gefüllten Jutesack über alle oberirdischen Triebe und entfernt diesen erst nach den Eisheiligen wieder. Neben der Wärme isolierenden Wirkung verhindert dieser Sonnenschutz auch, dass der Austrieb nicht zu zeitig beginnen kann.

Ab Mitte diesen Monats sind keine Zuwächse mehr bei unserem Rasen zu erwarten. Bis dahin mähen wir den Rasen für dieses Jahr nun zum letzten mal und befreien ihn auch gleich vom letzten Herbstlaub. Der Rasenmäher wird anschließend gründlich gereinigt, geölt und die Messer bei Bedarf nachgeschärft. Die Messer von Motormähern geben wir zum Schärfen in die Fachwerkstatt. Bei den Benzinrasenmähern wechseln wir zudem die Luftfilter, erneuern die Zündkerzen, lassen den Treibstoff ab und wechseln das Öl.

Ein Teich, in dem ganzjährig Fische leben, lassen wir nicht zufrieren um die Sauerstoffversorgung und den Gasaustritt zu gewährleisten. Ideal ist für diese Zwecke ein Eisfreihalter, den wir uns rechtzeitig vor Beginn der Frostperioden bereit legen.

Jetzt wenn jeder Sonnenstrahl im Gewächshaus wieder kostbar wird, reinigen wir die Scheiben, bzw. Doppelstegplatten mit Wasser, Spülmittel und einem Schwamm mit Gummilippe (Autozubehör). Bei hartnäckigen Verschmutzungen behelfen wir uns mit einem Hochdruckreiniger.