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Der Kleingarten im Dezember


Grünkohl und Rosenkohl sind erst schmackhaft, wenn sie Frost abbekommen haben. Je mehr Fröste, um so besser. Deshalb beginnen wir zunächst die größten Blätter und Röschen von unten beginnend zu ernten und pflücken stets nur so viel wie wir in der Küche benötigen. Den Chinakohl schützen wir vor stärkeren Frösten mit Vlies. Ideal ist ein sogenannter Vliestunnel, da es besser ist wenn das Vlies nicht auf den Köpfen aufliegt. Wir ernten je nach Bedarf.

Jetzt können wir auch noch die letzten Endivien, Sellerie und Zuckerhut ernten. Weiterhin versorgen wir uns laufend mit Feldsalat, Mangold, Rauke, Spinat, und Kräutern.

Mitte dieses Monats ist die beste Zeit um die Ruten der Herbsthimbeeren kurz über den Boden abzuschneiden. So erreichen wir es, dass die Herbsthimbeeren im folgenden Jahr im März neu austreiben und dann von Ende Juli bis zum Frostbeginn Früchte tragen.

Unsere Lager kontrollieren wir nun regelmäßig. Faule oder schimmelige Exemplare entfernen wir sofort und vollständig damit unsere weiteren Vorräte nicht infiziert werden. Äpfel und Kartoffeln müssen stets im separaten Raum gelagert werden, da sich beide gegenseitig in ihrer Haltbarkeit negativ beeinträchtigen. An frostfreien, milden Tagen belüften wir unsere Lager und verwerten stets einen Teil in der Küche. Wenn Kartoffeln zu keimen beginnen schichten wir die Horde um und entfernen zugleich alle Keime.

Zur dieser besinnlichen Weihnachtszeit kann man gut das vergangene Gartenjahr Revue passieren lassen. Nicht alles wird gelungen sein. Jetzt bleiben uns aber genügend Mußestunden um das eine oder andere in entsprechenden Gartenschriften nachzulesen um dazu zu lernen um durch diese Erfahrung unser Wissen zu bereichern. Diese Kenntnisse geben wir auch gerne an andere Gartenfreunde weiter.

Ein Pflanzenanbau der uns ganz besonders gut gelungen ist wird uns auch reichlich Saatgut eingebracht haben. Wichtig ist es dann dieses Saatgut so zu lagern, dass die Keimfähigkeit nicht verloren geht. Das Saatgut muß vor allem kühl und trocken aufbewahrt werden. In unserer Wohnung ist die benötigte Kühle und Lufttrockenheit nicht erreichbar. Deshalb sammeln wir unsere Samen in Tütchen und bewahren diese in einem Weckglas mit Gummiverschluß den Winter über in unserer Gartenlaube auf. Für die erforderliche Trockenheit im Glas sorgen die "KC-Trockenperlen Orange", die im Gegensatz zum "Blaugel-Entfeuchter" (Silicagel) gesundheitlich unbedenklich sind, und die wir mit in das Weckglas geben. Wenn das Orange farblos wird zeigt dies die Feuchtigkeitsaufnahme an. Dann brauchen wir die Trockenperlen nur so lange im Backofen bei 130 °C zu erwärmen bis es wieder orange und dadurch erneut voll funktionstüchtig ist. Die meisten Samen bleiben so gelagert mindestens 2 Jahre keimfähig.

Nun haben wir auch ausreichend Zeit Neues für das nächste Gartenjahr zu planen um in Katalogen / Internet Ausschau nach Pflanzen und Sämereien zu halten. Die Planung für die Fruchtfolge / Mischkultur auf unseren Beeten erleichtern wir uns wenn wir zunächst die stark zehrenden Gemüse wie Gurken, Kürbis, Tomaten, Kohl oder Zucchini berücksichtigen, da diese einen längeren Zeitraum auf den Beeten verweilen. Ideal sind für diese Starkzehrer Plätze nach einer Gründüngung durch Lupinen oder Klee, nach Bohnen und Erbsen. Als Folgefrucht nach den Starkzehrern bieten sich alle Wurzelgemüse als Mittelzehrer sehr gut an. Die geeigneten Nachbarschaften können wir dann leicht nach unserer Mischkulturen-Tabelle finden und die Beete so vervollständigen. Sämereien die uns fehlen kaufen, bzw. bestellen wir uns jetzt schon rechtzeitig oder tauschen unsere Sämereien mit anderen Gartenfreunden oder via Samentauschbörse aus.

Um an Weihnachten blühende Zweige im Zimmer zu haben schneiden wir an Barbara (4. Dezember) Zweige bevorzugt von Forsythie, Quitte oder Winterjasmin und stellen diese in eine mit Regenwasser gefüllt Vase. Wer im September / Oktober Blumenzwiebeln zum Treiben in Töpfen oder Schalen gepflanzt hat, kann diese jetzt ins Haus holen, wenn sich unter den "Nasen" die Blütenknospen gebildet haben.

Alle Pflanzen die wir ins Winterquartier verbracht haben überprüfen wir auf eventuelle Krankheiten und leiten bei Befall unmittelbar geeignete Gegenmaßnahmen ein. Gegen die weiße Fliegen bringen wir vorsorglich Gelbtafeln aus. Alle abgefallenen Blätter sammeln wir ab, damit sich unter ihnen keine Schädlinge einfinden können. Durch ausdauernde Lüftung bei mildem Wetter kräftigen wir die Pflanzen. Außerdem kontrollieren wir ob sie gegossen werden müssen. Die Wassergaben sind dabei aber ausgesprochen Maßvoll zu bemessen und dienen lediglich dazu, dass die Wurzeln nicht austrocknen.

Hagebutten, die Beeren von Holunder, Brombeeren, Weiß-, Rot-, Feuer- und Sanddorn, Ligusten, Schneeball und Schlehen sehen nicht bloß schön aus wenn sie mit Raureif oder Schnee bedeckt werden, sondern sind auch Nahrung für unsere Vögel. Da unsere Begleitgrünflächen deshalb ideale Vogelgebiete sind, die Schutz und Nahrung bieten, müssen wir unsere Vögel nur während einer langanhaltenden Frostperiode maßvoll zufüttern. Unsere Vögel benötigen während der Fröste vor allem Fett um ihre nötige Körperwärme erzeugen zu können. Ausgelassenes salzloses Fett in einer flachen Schale zum Trinken, abgekochte ungesalzene Speckschwarten, in Kokosschalen gegossenes Palmfett, als auch die käuflichen Maisenringe sind hierzu ideal. Wichtig ist es aber darauf zu achten, dass dieses Futter unerreichbar für andere Tiere in unseren Obstbäumen hängt.

Bei Frösten lassen wir den Rasen möglichst in Ruhe und betreten ihn nicht, denn bei Frost gefriert das Wasser in den Grashalmen, die dann unter der Körperlast brechen. An diesen Bruchstellen könnten sich sonst nach dem Auftauen Faulstellen bilden.